Australien 17. - 6.10.2006

 

29.9.

Nach dem sanften Schaukeln auf dem Schiff und den geruhsamen Meditationen, kommt mir die Reiserei in Australien wie das härteste Ueberlebenscamp vor. Hier eine kleine Liste von dem was ich durchgemacht habe:

 

- ich ertrug und überlebte das geradezu antarktische Wetter in Geelong, südlich von Melbourne

- Sightseeing auf australisch: man fährt mit dem Auto an einen Aussichtspunkt, läuft höchstens 20 m (die meisten steigen gar nicht aus) und fährt wieder weiter

- eine Zwei-Tages-Reise ins Innere nach Broken Hill, inklusive Sandsturm unterwegs

- das Endlos-Geplapper einen alten Dame und die generell schwatzhaften Australier (leider nicht sehr interessant)

- eine Vogelattacke in Broken Hill und nochmals heftigsten Wüstenwind

- 14 Stunden Zugfahrt von Broken Hill nach Sydney, der Zug war etwas so lang wie ein mittleres Tram aber leider lange nicht so komfortabel

- und zu guter letzt die unglaublich oberflächlichen und nichts sagenden Zeitungen und Magazine hier. Bis ich in Sydney war, litt ich an ausgeprägter Gehirn-Austrocknung und hätte jede vernünftige Zeitung oder nur annähernd richtige Nachrichten sofort verschlungen.

 

OK, ich habe ein ganz kleines Bitzeli übertrieben. Aber wirklich nur ein Bitzeli. Nur Sydney Harbour - rechts das Operhaus, links die Harbour-Bridge und in der Mitte ein paar Aborigines die meisterhaft Didgeridoo spielen - unschlagbar.

 

Der OeV ist geradezu ein lächerliche Veranstaltung hier, trotzdem glaube ich, dass dies die einzige Stadt der Welt ist wo ich Tram, Monorail, U-Bahn, Zug, Bus und Fähre benutzen kann. Und wie gesagt: eine Fahrt mit der Fähre in Sydney-Harbour........ mir fehlen die Worte.

 

5.10.

Sydney hat zwar für mich freundlichstes Frühlingswetter aufgehängt, trotzdem gefallen mir die Veränderungen der letzten paar Jahre nicht. Ich muss leider feststellen, dass mit dem Wohlstand unweigerlich auch Unfreundlichkeit, Arroganz und Furcht Einzug halten. Eigentlich ein sehr hoher Preis für das bisschen Komfort!

 

Trotz eines Flugtickets, das umgebucht werden konnte, bin ich in eine grössere interkontinentale Konfusion geraten, als ich das wirklich tun wollte. Am Schluss waren Büros in der Schweiz, Sydney und Melbourne involviert und jeder schob dem anderen die Verantwortung zu. Ich als Kundin stand nur noch sprach- und hilflos zwischen allen Fronten. Das nennt man Kundendienst. Jetzt - nach vielen Mühen - hat es zwar geklappt, aber dabei denke ich wehmütig an Indien.

 

Morgen geht's nach Afrika; eigentlich war gedacht, dass Ras Kutani, Chumbe Island und Zanzibar der krönende Abschluss meiner Reise sein sollten. Allerdings wird es schwer sein die Frachtschiffreise zu überbieten. Wir werden ja sehen!

 

Die hübschen Häuser von Sydney

Ein kleiner Bahnhof

Broken Hill

Haus in Geisterstadt zu verkaufen
 

Per OeV nach Broken Hill

Selbstportrait, im Hintergrund ein Hausboot

Wasserfall bei Geelong

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